Schill´sche Offiziere GV-Süd 1990

 

Geschichtliches/Historie:

Schill im Straßenkampf in StralsundEs handelt um die Historie von den Männern, die ihr Leben in einem aussichtslosen Kampf für ein hohes ideelles Gut hinwarfen, es als unehrenhaft verschmähten zu fliehen und bis zum letzten Augenblick eine großartige Haltung bewahrten.

 

Nach 18 Dienstjahren erhielt Schill im Jan.1807 vom König Preußens die Ermächtigung ein Freikorps zu gründen, um bei der Verteidigung des Landes mitzuwirken. Nachdem das Schill´sche Freikorps in die preußische Armee aufgenommen, Schill zum Major befördert und mit dem höchsten Kriegsorden ausgezeichnet wurde, zog der Husarenmajor in die Schlacht gegen Napoleon´s Truppen.

Da er durch seine damaligen Kriegstaten bekannt war, hoffte er einen Volksaufstand zu entfachen, um damit den zögernden preußischen König mitsamt Heer, sowie Österreich in den Krieg gegen Frankreich zu bewegen. Doch nirgendwo erhob sich das Volk zu Hilfe, nirgendwo ergriff man offen Partei für ihn und seinem Korps. Er bot an, das Unternehmen abzubrechen und alle Schuld auf sich zu nehmen. Doch seine Offiziere gaben einstimmig die Erklärung ihm freiwillig in Glück und Unglück zu folgen. Er fand jubelnde Zustimmung und keiner trat zurück.

 

Am 25.05.1809 erzwang Schill den Zugang zu dem unter französischer Herrschaft stehendem Stralsund. Am 31.05.1809 griffen 6000 Dänen, Holländer und Franzosen unter der Führung des franz. Generals Gratien, die 1500 Mann starke Freischar aus Freikorps von Schill, Rügen´scher Landwehr und schwedischer Soldaten an. Die Franzosen drangen am Kniepentor in Stralsund ein. Schill fiel im Straßenkampf in der Fährstraße durch Gewehrschüsse, wo noch heute ein ins Pflaster eingelassener Stein die Stelle markiert.

Schill´s Leichnam wurde der Uniform und der Orden beraubt und anschließend geköpft. Sein Leichnam wurde am 01.06.1809 auf franz. Befehl ohne Sarg und Segen "wie ein Hund" auf dem St. Jürgen-Militärfriedhof Stralsund verscharrt. Den Kopf überreichte man in Weingeist gelegt König Jerome, dem Bruder Napoleons. Zum 50. Todestag Schill´s fand eine Gedenkfeier statt und das Grab wurde eingesegnet.

 

Rd. 600 Soldaten wurden bis zur Begnadigung 1813, zu schwerer Galeerenarbeit in Brest und Cherbourg verurteilt. 14 Soldaten wurden willkürlich ausgewählt und vom 18.-22.07.1809 in Braunschweig hingerichtet. In deren Grab wurde Schill´s Kopf am 24.09.1837 beigesetzt. 11 Offiziere wurden in Wesel vor ein Kriegsgericht gestellt und am 16.09.1809 auf den Lippewiesen erschossen.

 

Woran Schill gescheitert war, gelang einem seiner besten Offiziere aufgrund tatkräftiger Unterstützung aus dem Volk, diesmal zur rechten Zeit. Major Adolf von Lützow gründete im Frühjahr 1813 das Königlich-Preußische Freikorps von Lützow. Schill diente als deren Vorbild. Von Theodor Körner, dem wohl bekanntesten Lützow´schen Jäger ist aus der Völkerschlacht der Ausruf überliefert: "Geist unseres Ferdinand, voran dem Zug !"

 

Hier ist das Cover und zwei Fotografien des Filmes "Die elf Schill´schen Offiziere" der Märkischen Film GmbH Berlin zu sehen. Leider ist dieser Film verschollen. Nach unseren Erkenntnissen gibt es noch einen zweiten Film. Sobald uns Bilder vorliegen, werden diese hier veröffentlicht...

 

Bei dieser Verhandlung stand das Urteil eigentlich bereits schon fest...

In der Zitadelle zu Wesel (heute Schill-Museum) wird das Urteil offiziell verkündet. Zeit für Abschiedsbriefe...

Standrechtliche Erschießung auf den Lippewiesen in Wesel (heute steht dort ein Denkmal).

Gerichtsverhandlung

Urteilsverkündung

Hinrichtung

 

Die am 16.09.1809 zu Wesel erschossenen 11 Schill-Offiziere und ihr Anführer

 

Major Ferdinand von Schill

Name

Geb.Datum

Geb.Ort

Rang

Major Ferdinand von Schill

 

Ferdinand von Schill

06.01.1776

Wilmsdorf

Major

Johann Leopold Jahn

18.06.1778

Massau

Husaren-Leutnant

Johann Christian Daniel Schmidt

16.01.1780

Berlin

Jäger-Leutnant

Johann Friedrich Wilhelm Galle

16.10.1780

Berlin

Husaren-Leutnant

Karl Friedrich Wilhelm von Trachenberg

12.09.1784

Rathenau

Infanterie-Leutnant

Adolf Theodor Leopold von Keller

13.09.1785

Straßburg

Infanterie-Leutnant

Friedrich Wilhelm Felgentreu

08.05.1786

Berlin

Artillerie-Leutnant

Carl Lupold Magnus Wilhelm von Wedell

30.06.1786

Brausfort

Husaren-Leutnant

Konstantin Johann Wilhelm Gabain

21.07.1786

Geldern

Infanterie-Leutnant

Johann Friedrich Ludwig von Flemming

23.10.1790

Glogau

Infanterie-Leutnant

Albert von Wedell

16.01.1791

Kriegsdorf

Infanterie-Leutnant

Karl Gustav von Keffenbrink

17.11.1791

Krien

Leutnant

Grabstein von Schill in Stralsund
Grabstein von Schill in Stralsund

Denkmal in Wesel für die 11 hingerichteten Offiziere
Denkmal in Wesel für die 11 hingerichteten Offiziere

Grabstein der in Braunschweig hingerichteten Schillschen
Grabstein der in Braunschweig
hingerichteten Schillschen

Magna voulisse magnum
Magna voulisse magnum
Grabstein Friedhof Stralsund


Schill-Deknmal in Stralsund

 

 

Einige Darstellungen des Major F.v.Schill und seinem Freicorp:

Buch-Cover: "Schill & seine Heldenschar"